Der Betreuungsfonds funktioniert!

30.06.2016

Claudia Mühlebach hat an der Veranstaltung vom 27. Juni in Zürich "Bezahlbare Kinderbetreuung - eine echte Chance für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf" aufgezeigt, wie der Betreuungsfonds in der Waadt funktioniert.

Diese Frau muss es wissen: Claudia Mühlebach leitet die KiTa La Girolle in Rolle und in der Waadt haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger bereits 2003 die Kantonsverfassung geändert und die Organisation der Kinderbetreuung dahingehend geregelt, dass der Kanton in Zusammenarbeit mit den Gemeinden und privaten Partnern die Kinderbetreuung organisiert. Seit 2006 ist das im Kinderbetreuungsgesetz geregelt und der Betreuungsfonds funktioniert sehr gut. Die zusätzlichen Arbeitgebereinnahmen fliessen zu 90% in die Löhne, 7% wird für die Anschubfinanierung verwendet und die restlichen 3% für Diverses. Die Kosten für die Eltern liegen in der Waadt mit einem Anteil an den Gesamtkosten von gut 35% denn auch deutlich tiefer als in Zürich mit 68%.

Die anschliessende Diskussion war spannend. Auf dem Podium sassen Karin Fehr, Komiteemitglied, Kantonsrätin Grüne und Marc Bourgeois, Kantonsrat FDP. Marc Bourgeois hat mehrmals betont, dass die Betreuungskosten für die Eltern zu hoch seien, die Qualität aber erhalten bleiben müsse. Damit konnte man sich immerhin auf den gemeinsamen Nenner einigen: Wir haben ein Finanzierungsproblem. Als FDP Vertreter findet Marc Bourgeois die Belastung der Arbeit nicht den richtigen Weg, sondern man könne viel mehr bei der Bürokratie einsparen. Er vergisst dabei, dass der grösste Kostentreiber bei den KiTas die Lohnkoksten sind, und wer Qualität will, darf dort nicht sparen. Letztlich hat er gezweifelt, dass der Mittelstand vom Betreuungsfond profitieren wird. Karin Fehr hat angemerkt, dass, wenn 120 Millionen Franken jährlich zusätzlich zur Verfügung stehen, wird das auch auf die Kosten derjenigen Einfluss haben, die heute als Mittelstandsfamilien zwar viel verdienen, aber umso mehr auch abgeben müssen.