Kibe-Blog Nr. 4: Junge Familien sind unsere Zukunft

15.07.2016

Als junge Mutter war es für mich damals noch schwierig, meinen Beruf als Lehrerin und später als Journalistin trotz zweier Kinder wenigstens zu 50 Prozent ausüben zu können.
Dies hat sich aber gelohnt, nicht unbedingt finanziell - weil die Betreuungskosten hoch waren - aber ideell.

Auch wenn es damals in ländlichen Verhältnissen noch unüblich war, ausser Haus zu arbeiten, hat es mir und meiner Familie sehr viel gebracht: Anerkennung, Wertschätzung und Schwung, auch im Alltag. Vor allem aber konnten die Schulen und Medien von meiner erweiterten Erfahrung als Mutter profitieren, was auch oft lobend festgestellt wurde.

Als Grosseltern versuchen mein Mann und ich nun, unsere Tochter und unseren Schwiegersohn mit bald zwei Kleinkindern durch unseren fixen Hütetag zu unterstützen, Familie und Beruf zu verbinden. Einen weiteren Tag übernehmen die Schwiegereltern. Aber nicht allen ist dies möglich, und die Kosten von Hort und Kita sind sehr hoch. Das ist schade, bilden sie doch eine wichtige soziale Komponente sowie die Möglichkeit zur frühen Förderung.

Auch als Gemeindepräsidentin von Eglisau, einer Gemeinde, die in den letzten Jahren überdurchschnittlich und vor allem durch junge Familien gewachsen ist, kann ich erleben, wie wichtig eine gut ausgebaute Betreuung der Kinder ist.

Leider gibt es bei den Bürgerlichen und vor allem bei der SVP immer weniger Politikerinnen und Politiker, welche diese heraufordernde und bereichernde Verbindung von Familie und Beruf selber leben. Das erklärt vielleicht die bis jetzt eher dürftige Unterstützung dieser wichtigen Initiative. Es kann aber nicht sein, einerseits Schweizer Arbeitskräfte bevorzugen zu wollen, um dann auf erfahrene und gut ausgebildete Mütter oder Väter zu verzichten, weil diese für ihre Kleinkinder keinen zahlbaren Krippen- oder Kitaplatz finden.

Denn wer, wenn nicht die junge Familie, soll unsere Zukunft sichern? Zuhause, im Quartier, in der Gemeinde und am Arbeitsplatz. Kinder und ihre Eltern sind der wichtigste Pfeiler unserer Gesellschaft.

Ursula Fehr, Gemeindepräsidentin SVP, Eglisau, Komitee Kinderbetreuung Ja.