Kibe-Blog Nr. 7: Die Initiative stützt auch Tagesfamilien

05.09.2016

Erika Mezger, Sozialpädagogin, Vorstandsmitglied Verband Zürcher Tagesfamilienorganisationen, verweist in ihrem Artikel auf die Wichtigkeit der Tagesfamilien und weshalb am 25. September ein JA zur Initiative "Bezahlbare Kinderbetreuung für alle" nötig ist.

In der Initiative Kinderbetreuung-ja geht es nicht nur um Vorschulkinder – auch Eltern von Schulkindern sollen von der Initiative profitieren können. Schulkinder benötigen wie kleine Kinder vertraute, verfügbare und verlässliche Bezugspersonen. Dies kann eine Tagesmutter oder ein Tagesvater sein oder eine Betreuungsperson im Hort. Entscheidend ist die Betreuungsqualität und dafür wird qualifiziertes Personal benötigt. Nicht zu unterschätzen ist aber auch die Qualität der Räume und die Gruppengrösse. Betreuung von Schulkindern ist mehr als ein Zvieri auftischen oder die Kinder beim Spiel beaufsichtigen. Jede Betreuungsform hat einen Bildungs- Betreuungs- und Erziehungsauftrag. Was in der vorschulischen Betreuung mittlerweile fest etabliert ist, hinkt im schulischen Bereich noch hinterher. Die Betreuung von Schulkindern soll altersadäquat sein und ihrem Entwicklungsstand entsprechen. Sie soll zudem anregungsreich und entwicklungsfördernd sein. Und die Schulkinder sollten an Entscheidungsprozessen beteiligt werden. Um diesen hohen Ansprüchen gerecht zu werden, müssen die Rahmenbedingungen stimmen.

In einer Tagesfamilie werden Kinder aller Alterstrufen, vom Säugling bis zur OberstufenschülerIn, betreut. In dieser individuellen Betreuungsformen ist vor allem die kleine Gruppe (max. 5 Kinder gleichzeitig) ein Vorteil. Auch hier spielen die Kosten für die Eltern oder Erziehungsberechtigten eine grosse Rolle. Eine Betreuungsstunde zum Vollkostentarif kann gut bis zu 11 Franken pro Kind kosten. Dazu kommen noch die Verpflegungskosten. Auch diese Betreuungsform kann das Budget der Eltern stark belasten. Gerade Elternteile mit unregelmässigen Arbeitszeiten, im Verkauf, in der Pflege oder zum Beispiel am Flughafen sind auf eine flexible und individuelle Betreuungsform angewiesen. Wenn die Betreuung nicht auch noch ein Loch ins vielleicht sowieso schon knappe Budget reisst, um so besser.

Die meisten Angebote in den schulischen Tagesstrukturen sind einkommensabhängig und viele Gemeinden subventionieren die Betreuung. Es gibt jedoch Mittagsbetreuung die pauschal abgerechnet wird und bis zu Fr. 20.00 pro Kind und Mittag kostet.

Sowohl die Tagesfamilien wie auch die Horte sind wichtige Eckpfeiler bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Seit der Einführung des Impulsprogramms für die Schaffung neuer Betreuungsplätze wurden seit 2003 über 50'000 neue Plätze geschaffen, davon fast 14'000 Plätze allein im Kanton Zürich. Der nächste wichtige Schritt muss eine finanzielle Erleichterung der Familien sein. Kinderbetreuung ist keine private Angelegenheit der Eltern. Die Wirtschaft kann nicht über einen Fachkräftemangel klagen, sich jedoch nicht an der Kinderbetreuung beteiligen.

Ich freue mich auf ein gutes (positives) Resultat im September.