Kibe-Blog Nr. 8: Eltern wollen Qualität!

12.09.2016

Zeit, Farbe zu bekennen: Auch Eltern wollen von der Qualität der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung überzeugt sein!

Mit den Mitteln aus dem Betreuungsfonds sollen auch die Aus- und Weiterbildung des Betreuungspersonals gefördert werden.

Die Qualität der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung hängt zu grossen Teilen von den beruflichen Qualifikationen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab.

Rund die Hälfte des Betreuungspersonal verfügt im Kanton Zürich über keine fachspezifische Ausbildung. Die gelernten Betreuungspersonen haben in der Regel eine berufliche Grundbildung absolviert, welche sie befähigt, Kinder entsprechend ihrer Entwicklung zu betreuen und zu begleiten. In den Westschweizer Kantonen ist der Anteil des ausgebildeten Personals deutlich höher. Es verfügt zudem meist auch über eine höhere Berufsausbildung. Diese Fachpersonen wissen, die Qualität der Betreuungsangebote sicherzustellen und weiterzuentwickeln.

Eine hohe Angebotsqualität erleichtert den Eltern den Entscheid, die Kinder fremdbetreuen zu lassen. Sie wollen sicher sein, dass sich die Fachpersonen in ihrer Arbeit konsequent am Wohl der Kinder orientieren. Die Lebens- und Lernerfahrungen in der frühen Kindheit sind wegweisend für die weiteren Bildungschancen und -biografien der Kinder. Sogar die vergleichsweise besseren Schulleistungen von Kindern in Tagesstrukturen lassen sich zur Hälfte auf eine gute Betreuung zurückführen. Die Eltern sich dessen zunehmend bewusst. Sie wollen für ihre Kinder nur das Beste.

Nun hat auch die Politik Farbe zu bekennen. Will sie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wirklich fördern? Will sie das inländische Fachkräftepotenzial künftig besser ausschöpfen? Will sie vom längerfristigen Nutzen der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung, zum Beispiel in Form einer verbesserten Schulbereitschaft, eines verringerten Bedarfs an sozialpädagogischen Massnahmen während der Schulzeit oder einer reduzierten Sozialhilfeabhängigkeit im Erwachsenenalter, profitieren?

Wenn ja, dann tut die Politik, tun wir alle gut daran, dafür zu sorgen, dass sich diese Betreuungsangebote qualitativ weiterentwickeln. Die Förderung der Aus- und Weiterbildung des Betreuungspersonals ist dazu die unerlässliche Grundlage. Der Betreuungsfonds wird die dringend benötigten Mittel dafür bereitstellen. Die Eltern und Kinder danken es uns. Aber auch die Gesamtgesellschaft und Wirtschaft ziehen ihren Nutzen daraus. Der weltweit bekannte Wirtschaftsprofessor Prof. Dr. Ernst Fehr der Universität Zürich hat es kürzlich in einem Interview treffend auf den Punkt gebracht. Mit den Investitionen in eine gute Kinderbetreuung lassen sich soziale Gerechtigkeit und mehr Wohlfahrt für die ganze Gesellschaft erzeugen. Deshalb sage ich überzeugt Ja zur Initiative „Bezahlbare Kinderbetreuung für alle“ am 25. September 2016!

Karin Fehr Thoma
Kantonsrätin Grüne, Mitglied Kommission Bildung und Kultur
Weiherallee 29
8610 Uster