Kibe-Blog Nr. 11: Die breite Unterstützung ist ein gutes Zeichen

21.09.2016

Kinderbetreuung Ja! Die Initiative wird breit unterstützt. Das ist ein gutes Zeichen!

Wenn eine Familie aus dem Mittelstand die familienexterne Kinderbetreuung nicht bezahlen kann hat sie drei Möglichkeiten: sie kann ein Au-Pair engagieren, sie kann die Kinder abwechselnd von den Grosseltern, von der Tante, der Freundin und dem Onkel betreuen lassen oder sie kann auf die Erwerbsarbeit eines Elternteils und damit auf Einkommen verzichten. Keine dieser Optionen ist optimal. Der Kinderbetreuungsfonds kann da einen Ausgleich bringen. Von Monika Wicki, Kantonsrätin SP, Mitglied Komitee und Kampagnenteam.

Eine aktuelle Studie des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) zeigt, dass die Kosten für Kinderbetreuungsplätze im Kanton Zürich etwa gleich hoch sind, wie in anderen Kantonen und umliegenden Ländern. Dennoch bezahlen Eltern im Kanton Zürich, vor allem dann, wenn sie auf dem Land leben, ungleich höhere Beiträge an die Kosten für die Kinderbetreuung. Dies, weil die öffentliche Hand weniger bezahlt und auch, weil die Wirtschaft nicht in die Pflicht genommen wird.

Es ist aber wichtig, dass sich Eltern von kleinen Kindern am Arbeitsmarkt beteiligen, Familie und Beruf vereinbaren können. Dies ist sowohl aus volkswirtschaftlicher als auch aus gleichstellungspolitischer Sicht wünschenswert.

Der Betreuungsfonds, wie es von den Initianten vorgeschlagen wird, ist im Kanton Waadt bereits seit mehreren Jahren am Laufen. Arbeitgeber zahlen einen kleinen Teil der Lohnsumme in diesen Fonds ein. Mit dem Geld wird dann das Portemonnaie der Eltern entlastet. Das Modell hat sich bewährt, wurden doch in den letzten Jahren mit der Möglichkeit der Anschubfinanzierung durch den Fonds, zahlreiche neue Betreuungsplätze geschaffen.

Die Initiative der Alternativen Liste (AL) wird sehr breit unterstützt. SP, Grüne, EVP und BDP unterstützen sie bereits offiziell. Das ist ein gutes Zeichen. Auch Leute aus der GLP, CVP und SVP unterstützen die Vertreterinnen der Kita-Verbände und der Wissenschaft im Komitee. Sie alle wissen um die Wichtigkeit einer guten Kinderbetreuung für die Arbeitnehmenden, aber auch für die Arbeitgebenden. Eine gute Kinderbetreuung vor Ort ist für die Rekrutierung neuer Arbeitskräfte, aber auch für die Personalbindung im Betrieb ein Wettbewerbsvorteil. Mit dem Betreuungsfonds können selbst kleinere Betriebe von diesen Vorteilen profitieren, gleichzeitig werden die Familien bis weit in den Mittelstand hinein, entlastet. Nicht zuletzt haben auch die Kinder weniger Stress und mehr Stabilität. Denn mit bezahlbaren Betreuungsplatzen können Familien, die heute mit wechselnden Optionen jonglieren müssen (ein Tag Betreuung durch die einen Grosseltern, ein Tag bei den Nachbarn etc.), entlastet werden.